MTV Lübeck Basketball – Auswärtssieg beim TSV Schwarzenbek (67:65) am 31. Oktober 2026.
Taktische Umstellung, leidenschaftliche Aufholjagd und ein dramatisches Finale: MTV-Trainer Kouross Kashanchi übernimmt Verantwortung für die schwache erste Halbzeit – und lobt den unbändigen Siegeswillen seiner Mannschaft.
Schwarzenbek, 31. Oktober 2026. Was für ein Basketball-Krimi! Der MTV Lübeck hat am Samstag in der Herren-Basketball-Liga Schleswig-Holstein (HBLS) beim TSV Schwarzenbek einen hart erkämpften 67:65-Auswärtssieg gefeiert. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit, einem zwischenzeitlichen Rückstand von mehr als 15 Punkten und einer taktischen Neuausrichtung bewiesen die Lübecker eindrucksvoll, warum sie zu den ambitionierten Mannschaften der Liga gehören.
Mit einer furiosen zweiten Halbzeit, einer geschlossenen kämpferischen Leistung und einem dramatischen Schlussspurt sicherte sich der MTV einen Sieg, der weit mehr als nur zwei Punkte wert sein dürfte.

Fehlstart trotz Favoritenrolle – Trainer übernimmt Verantwortung
Dabei hatte die Begegnung für die favorisierten Lübecker alles andere als optimal begonnen. Bereits im ersten Viertel geriet der MTV mit 18:20 ins Hintertreffen. Im zweiten Abschnitt folgte der vorläufige Tiefpunkt: Lediglich sieben Punkte gelangen den Gästen, während Schwarzenbek weitere 20 Zähler erzielte.
Mit einem deutlichen 25:40-Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Trainer Kouross Kashanchi suchte die Ursache dafür jedoch nicht ausschließlich bei seinen Spielern. Vielmehr hinterfragte er seine eigene taktische Entscheidung. „Wir haben das Spiel taktisch falsch begonnen. Dafür übernehme ich als Trainer die Verantwortung. Unsere 2-1-2-Zonenverteidigung ist grundsätzlich sehr stark, aber gegen diese Mannschaft war sie nicht die richtige Wahl. Schwarzenbek hat unsere offenen Räume an der Dreierlinie konsequent ausgenutzt“, erklärte Kashanchi nach der Begegnung. Dabei zollte der MTV-Coach dem Gegner ausdrücklich Respekt. „Schwarzenbek hat das hervorragend gemacht. Sie haben uns mit ihren Distanzwürfen unter Druck gesetzt, unsere Schwächen erkannt und uns über weite Strecken der ersten Halbzeit sowohl defensiv als auch offensiv kontrolliert.“
Eine taktische Entscheidung verändert das Spiel
Bereits rund eine Minute vor der Halbzeitpause begann Kashanchi, die defensive Ausrichtung seiner Mannschaft zu verändern. Die Lübecker wechselten testweise von der 2-1-2-Zone zur Mann-Mann-Verteidigung. Die Wirkung war schnell zu erkennen: Schwarzenbeks gefährliche Distanzschützen bekamen deutlich weniger Raum und mussten sich ihre Abschlüsse wesentlich härter erarbeiten. Nach der Halbzeit setzte der MTV konsequent auf diese Verteidigungsform. Was folgte, war eine eindrucksvolle Wende. Während Schwarzenbek im dritten Viertel gerade einmal acht Punkte erzielte, gelangen dem MTV 21 Zähler. Aus einem 15-Punkte-Halbzeitrückstand wurde innerhalb von zehn Minuten ein knapper 46:48-Rückstand.
21:8 – mit diesem beeindruckenden dritten Viertel meldete sich der MTV eindrucksvoll zurück.
„Wir haben den Gegner plötzlich zu schwierigen Würfen gezwungen. Unsere Verteidigung wurde aggressiver, die Kommunikation besser und die Mannschaft hat angefangen, als Einheit zu funktionieren. Genau das war der Schlüssel zur Aufholjagd“, analysierte Kashanchi.
Überlegenheit unter dem Korb – aber zu viele Chancen vergeben
Auch offensiv hatte der MTV zunächst erhebliche Schwierigkeiten. Dabei war die Spielidee durchaus nachvollziehbar: Mit mehreren großgewachsenen Spielern verfügten die Lübecker über körperliche Vorteile in Korbnähe. Statt zahlreiche Würfe aus der Mitteldistanz zu nehmen, sollte der Ball konsequent unter den Korb gebracht werden. Die Strategie führte zwar zu vielen Abschlüssen in Korbnähe und zahlreichen zweiten Chancen, doch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Die Statistik verdeutlicht das Problem: Von insgesamt 79 Feldwurfversuchen fanden lediglich 26 ihr Ziel. Das entspricht einer Trefferquote von nur 32,9 Prozent. Besonders auffällig war die schwache Zweipunktequote von 30,5 Prozent. Andererseits sicherte sich der MTV beeindruckende 56 Rebounds, darunter 21 Offensivrebounds. „Wir haben uns unter dem Korb viele Möglichkeiten erarbeitet, aber unsere körperliche Überlegenheit nicht konsequent genug ausgenutzt. Gerade unsere großen Spieler hätten aus diesen Situationen deutlich mehr machen können. Das müssen wir im Training aufarbeiten“, so Kashanchi. Die Zahlen zeigen jedoch auch: Selbst an einem offensiv schwierigen Tag erarbeitete sich der MTV immer wieder zweite und dritte Chancen.
Vier Spieler prägen den dramatischen Auswärtssieg
Neben dem taktischen Wechsel waren es vor allem vier Akteure, die dem Spiel aus Lübecker Sicht ihren Stempel aufdrückten.
Mark Sulikowski – 27 Punkte, 15 Rebounds, 4 Dreier
Der Mannschaftskapitän war einmal mehr der offensive Fixpunkt des MTV. Mit 27 Punkten, vier erfolgreichen Dreipunktewürfen und starken 15 Rebounds führte er sein Team durch die schwierigen Phasen. Besonders bemerkenswert: Sulikowski sammelte elf Defensivrebounds, bereitete drei Körbe vor und erreichte mit einem Effizienzwert von 27 den höchsten Wert seines Teams. Auch in der entscheidenden Schlussphase übernahm er Verantwortung und setzte mit seinem schnellen Angriff zum 67:65 den Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Aufholjagd.
Chak Luangsisongkham – 15 Punkte, 8 Rebounds, 4 Dreier
Mit vier erfolgreichen Dreipunktewürfen war Chak Luangsisongkham eine wichtige offensive Stütze. Seine 15 Punkte, acht Rebounds und drei Assists halfen entscheidend dabei, den Rückstand Stück für Stück zu verkürzen. Seine Treffsicherheit aus der Distanz verschaffte den Lübeckern insbesondere dann neue Möglichkeiten, wenn Schwarzenbek die Zone verdichtete.
Tobias Marzke – 11 Punkte, 16 Rebounds
Unter den Körben lieferte Tobias Marzke eine enorme kämpferische Leistung ab. Mit 16 Rebounds war er der beste Rebounder der Partie auf Lübecker Seite. Besonders seine neun Offensivrebounds unterstreichen seinen Einsatzwillen. Zusätzlich steuerte er elf Punkte bei und sorgte mit seiner Präsenz immer wieder für zweite Wurfchancen.
Philipp Laatz – 10 Punkte, 8 Rebounds, 3 Assists, 2 Steals und 1 Block
Die vielleicht bemerkenswerteste Geschichte des Abends schrieb jedoch Philipp Laatz. Der Spieler, der sich inzwischen in einer beruflichen Ausbildung befindet und für diese Begegnung reaktiviert wurde, entwickelte sich zum entscheidenden Faktor in der Lübecker Defensive. Mit zehn Punkten bei einer starken Zweipunktequote von 66,7 Prozent, acht Rebounds, drei Assists, zwei Ballgewinnen und einem Block überzeugte Laatz auf beiden Seiten des Spielfelds. Sein Effizienzwert von 20 unterstreicht seinen wertvollen Beitrag. Noch wichtiger waren allerdings seine defensiven Aktionen in der Schlussphase. Mit aggressiver Verteidigung, konsequenter Arbeit gegen gefährliche gegnerische Schützen und einem entscheidenden Ballgewinn verschaffte er seiner Mannschaft die Möglichkeit, das Spiel endgültig zu drehen. „Philipp war für mich der Schlüsselspieler dieser Begegnung. Wir haben ihn für dieses Spiel reaktiviert, und er hat gezeigt, wie wichtig Erfahrung, Spielverständnis und defensive Disziplin sind. Seine Verteidigungsarbeit und insbesondere seine Aktionen in den letzten Minuten waren herausragend“, lobte Kashanchi.
Halloween, Verletzungen und ein ungewöhnlicher Kader
Erschwert wurde die Aufgabe durch mehrere personellen Ausfälle. Einige Spieler standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, andere fehlten aufgrund familiärer Verpflichtungen rund um Halloween. Die Lübecker mussten deshalb teilweise auf eine ungewohnte personelle Konstellation zurückgreifen. Nicht alle verfügbaren Spieler konnten im Verlauf der Begegnung eingesetzt werden. Kashanchi erläuterte seine Entscheidung: „In einem derart engen Spiel geht es nicht ausschließlich darum, wer individuell der bessere Spieler ist. Entscheidend ist, welche Spieler gemeinsam funktionieren, miteinander kommunizieren und in der jeweiligen Situation die notwendige Stabilität bringen. Diese Abstimmung haben wir nicht in jeder Konstellation gefunden.“ Umso wichtiger sei es gewesen, dass auch die Spieler auf der Bank ihren Beitrag leisteten.
Dramatisches Finale – Ballgewinn, schneller Angriff, Sieg!
Nach der eindrucksvollen Aufholjagd im dritten Viertel entwickelte sich der Schlussabschnitt zu einem echten Basketball-Krimi. Lübeck kämpfte sich Punkt für Punkt heran, übernahm schließlich die Führung und musste bis in die letzten Sekunden um den Erfolg zittern. Schwarzenbek gelang kurz vor Schluss noch einmal der Ausgleich zum 65:65. Doch der MTV hatte die passende Antwort. Nach einer entscheidenden Defensivaktion wurde der Ball schnell nach vorne gespielt. Kapitän Mark Sulikowski nutzte die Gelegenheit, setzte zu einem energischen Angriff an und erzielte den entscheidenden Korb zum 67:65. Die mitgereisten Lübecker Anhänger und die Mannschaftsbank feierten ausgelassen. Was nach der ersten Halbzeit kaum noch möglich schien, war tatsächlich gelungen: Der MTV Lübeck hatte das Spiel gedreht.
„Unsere Mannschaft gibt niemals auf!“
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Kashanchi insbesondere von der Mentalität seiner Spieler beeindruckt. „Natürlich müssen wir über unsere Fehler sprechen. Wir haben in der ersten Halbzeit sowohl taktisch als auch spielerisch nicht das gezeigt, was wir können. Aber was diese Mannschaft danach geleistet hat, verdient höchsten Respekt.“ Der Trainer hob dabei ausdrücklich den Zusammenhalt innerhalb des Teams hervor. „Wir haben nicht nur auf dem Spielfeld gekämpft. Auch unsere Bank war unglaublich aktiv. Jeder hat mitgefiebert, angefeuert und die Mannschaft unterstützt. Dazu kamen unsere mitgereisten Zuschauer, die in der Halle eine fantastische Atmosphäre geschaffen haben.“ Auch dem TSV Schwarzenbek sprach Kashanchi seine Anerkennung aus. „Schwarzenbek hat hervorragend gespielt und uns an unsere Grenzen gebracht. Sie haben gezeigt, dass man in dieser Liga keinen Gegner unterschätzen darf.“
Seine wichtigste Erkenntnis aus der Begegnung formulierte der MTV-Trainer jedoch mit einer klaren Botschaft an die Konkurrenz: „Man kann gegen uns führen. Man kann uns unter Druck setzen. Aber man muss uns erst einmal 40 Minuten lang besiegen. Diese Mannschaft gibt niemals auf. Wir kämpfen bis zur letzten Sekunde und glauben immer an uns. Genau das macht uns gefährlich – und genau deshalb wird es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen. Und ein herzliches Dankeschön an die Schwartauer Werke, die unsere Basketballmannschaft mit CORNY-Produkten unterstützen und uns damit zusätzliche Energie für unsere sportlichen Herausforderungen schenken!“
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