Basketball: MTV Lübeck setzt deutliches Zeichen gegen 1. SC Norderstedt

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Spielbericht: MTV Lübeck setzt deutliches Zeichen gegen Norderstedt

MTV Lübeck – 1. SC Norderstedt 2 91:31
Viertel: 21:6 | 25:7 | 31:4 | 14:14

Nach der knappen 70:74-Niederlage zum Saisonauftakt gegen die Itzehoe Eagles 3 zeigte der MTV Lübeck im zweiten Saisonspiel eine deutliche Reaktion. Bereits beim Auftakt hatte sich gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen einen der aus Lübecker Sicht stärkeren Gegner der Liga mithalten kann.

Die Schlussphase gegen Itzehoe war dabei besonders unglücklich verlaufen. Bei nur zwei Punkten Rückstand versuchte der MTV mit der klassischen „Stop-the-Clock“-Taktik, durch schnelle Fouls noch einmal Ballbesitz und damit eine Chance auf den Ausgleich zu bekommen. Mehrere Situationen wurden jedoch als unsportliche Fouls bewertet, wodurch Lübeck in der entscheidenden Phase den Rhythmus verlor.

Entsprechend groß war die Motivation, im zweiten Saisonspiel das eigene Leistungsvermögen deutlicher zu zeigen.

Von Beginn an unter Kontrolle

Gegen den 1. SC Norderstedt 2 übernahm der MTV sofort das Kommando. Das erste Viertel ging mit 21:6 an die Gastgeber. Auch im zweiten Abschnitt blieb Lübeck konzentriert und baute den Vorsprung mit einem 25:7 weiter aus.

Zur Halbzeit stand bereits eine deutliche 46:13-Führung auf der Anzeigetafel.

Die stärkste Phase folgte unmittelbar nach der Pause. Mit hoher Intensität in der Defense und viel Druck auf den Ball gewann der MTV das dritte Viertel mit 31:4. Nach 30 Minuten war die Partie beim Stand von 77:17 praktisch entschieden.

Im Schlussviertel wurde noch einmal besonders viel gewechselt und mit verschiedenen Formationen gespielt. Der letzte Abschnitt endete 14:14, am deutlichen 91:31-Heimerfolg änderte dies nichts.

Breite Rotation statt Jagd nach dem höchsten Ergebnis

Trotz des deutlichen Spielverlaufs lag der Fokus nicht darauf, das Ergebnis möglichst hochzugestalten. Vielmehr sollte der gesamte Kader Spielzeit und Verantwortung erhalten.

Der MTV wechselte deshalb sehr häufig, probierte unterschiedliche Kombinationen aus und spielte bewusst tief in die Rotation hinein. Mit einer kleineren Rotation wäre möglicherweise ein noch höherer Sieg möglich gewesen, für die Entwicklung der Mannschaft war jedoch wichtiger, möglichst viele Spieler in das Spiel einzubinden.

Gerade mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf kann diese Tiefe noch zu einem wichtigen Faktor werden.

Starker Auftritt von Rookie Bennett Boppel

Ein besonderer Lichtblick war Rookie Bennett Boppel. Der erst 17-Jährige, der erst seit kurzer Zeit Basketball spielt, hatte beim Saisonauftakt gegen Itzehoe lediglich drei Minuten Einsatzzeit erhalten.

Gegen Norderstedt stand er diesmal bereits mehr als zehn Minuten auf dem Feld und nutzte seine Chance eindrucksvoll: 4 Offensivrebounds, 2 Assists und 4 Steals.

Vor allem seine Energie, sein Einsatz in der Defense und sein Zug zum Ball waren bemerkenswert – eine richtig starke Leistung des jungen Rookies und ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung.

Defensive Identität

Defensiv verfolgte der MTV eine klare Linie:

„In Our Key, They Feel the Pain.“

Vor allem in den ersten drei Vierteln gelang es Norderstedt nur selten, erfolgreich bis zum Korb zu kommen. Lübeck schloss die Wege in den Key, stoppte Penetrationen und zwang den Gegner immer wieder zu Abschlüssen von außen.

Die Zahlen unterstreichen diese Präsenz deutlich: 50 Rebounds, 18 Steals und 9 Blocks.

Genau diese Konsequenz soll die defensive Identität der Mannschaft prägen: den eigenen Key kontrollieren, konsequent ausboxen und dem Gegner möglichst keine einfachen Punkte in Korbnähe erlauben.

Offensiv war dagegen noch nicht alles perfekt. Die Dreierquote lag bei lediglich 25 Prozent. Gleichzeitig suchte der MTV bewusst häufig den direkten Weg zum Korb, statt das Spiel ausschließlich über Distanzwürfe aufzubauen.

Noch viel Potenzial im Kader

Bemerkenswert ist zudem, dass derzeit noch mehrere Spieler fehlen, die grundsätzlich das Potenzial für den engeren Kader besitzen.

Mit der Rückkehr der verletzten Spieler soll die Mannschaft in den kommenden Wochen sowohl qualitativ als auch in der Tiefe noch stärker werden. Gerade mit Blick auf die kommenden Aufgaben bietet der aktuelle Kader damit noch einiges an Entwicklungspotenzial.

Nach zwei Saisonspielen steht der MTV Lübeck nun bei einem Sieg und einer Niederlage sowie einem Korbverhältnis von 161:105.

Das nächste Ligaspiel findet am 31. Oktober beim TSV Schwarzenbek statt.

Bis dahin liegen die Schwerpunkte weiterhin klar auf Defense, Kommunikation, konsequentem Ausboxen und der Kontrolle des eigenen Keys.

Die knappe Auftaktniederlage gegen Itzehoe und der deutliche Erfolg gegen Norderstedt zeigen zwei Dinge: Der MTV kann gegen starke Mannschaften mithalten – und besitzt gleichzeitig genügend Tiefe, um auch über die gesamte Saison hinweg unterschiedliche Spieler einzusetzen.

Das Ziel bleibt deshalb, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und im Verlauf der Saison auch gegen die direkten Konkurrenten Itzehoe und TuS Lübeck zu bestehen. Gelingt es, den Kader gesund zusammenzubringen und die defensive Entwicklung fortzusetzen, möchte der MTV auch im Rennen um die oberen Tabellenplätze ein Wort mitreden.

 

 

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